Natürlich kann ich nur von jenen „Zimmern“ berichten, in denen ich selbst genächtigt habe und jedes einzelne von ihnen war ernüchternd.
Bei meinem ersten Work and Travel-Urlaub in Süditalien wurde mir ein Zimmer zur Verfügung gestellt, das neben dem Bett mit Gerümpel voll war, liebevoll ist etwas anderes. Es war auch nicht geputzt, aber die Gastgeberin war so nett und hat mir Reinigungsutensilien zur Verfügung gestellt. So musste ich mein Zimmer erst einmal sauber machen, bevor ich das Bett überziehen und meine Sachen abstellen konnte. Im Badezimmer sah es nicht anders aus.
In meiner zweiten Unterkunft in Thailand war ich in einem Bungalow untergebracht, dessen Zimmer ausschließlich mit einem Bett und einem Stuhl ausgestattet war. Die Decke war, wie in Thailand üblich, mit Bambusmatten verkleidet, in denen 20 Zentimeter große Löcher waren. Jede Nacht pünktlich um 10:00 Uhr fing es an, dass laute Geräusche von der Decke zu hören waren. Es waren die Ratten, die auf den Bambusmatten herumliefen und die ganze Nacht laute Geräusche machten. Noch schlimmer als der Lärm war allerdings meine Angst, dass eine der Ratten durch die Löcher auf mich herunterfallen könnte.
In Australien wurde ich nicht im Haus der Gastgeberfamilie einquartiert, sondern in einem schnuckeligen japanischen Teehäuschen 100 Meter vom Haus entfernt, mitten im Busch. Was anfangs sehr idyllisch aussah, stellte sich in der Praxis als nicht ganz so toll heraus. Erstens war es an zwei Wänden nur mit dünnen Bambus-Rollos verkleidet, die weder Schutz vor Kälte noch vor irgendwelchen Tieren boten, und das im Land der vielen tödlichen Tiere – immerhin schlief ich mitten im Busch. Dann war ich auch nicht im Hochsommer dort, sondern im Frühling, wo die Nächte sehr kalt waren, eisige Finger waren die Folge. Diese kleine Hütte hatte natürlich kein WC oder Bad und ich durfte nach 20:00 Uhr das Wohnhaus der Familie nicht mehr betreten.